Wir haben uns dazu entschieden unsere Webpage erneut zu ändern - bitte ändert eure Verlinkungen auf www.a2.antifa.de. Wir versuchen wieder regelmäßig die Site zu updaten und Aktuell zu halten. Unsere bisherige Websiten bleiben als “Archiv” online:
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¡No pasarán! Gegen die Naziaufmärsche am 13./14. 02. 2009 in Dresden!
Der größte regelmäßige Naziaufmarsch Europas hat sich in den letzten zehn Jahren in Dresden etablieren können. Dabei propagieren inzwischen bis zu 6.000 Nazis die Bombardierung Dresdens als “Alliierten Bombenholocaust” und fordern Rache und Vergeltung, während sie es jedes Mal schaffen, mindestens in Sichtweite der Synagoge vorbei zu demonstrieren. Seitens der Stadt wird regelmäßig der Versuch unternommen, antifaschistischen Widerstand stark zu behindern. Trotzdem haben sich mitunter mehrere tausend Menschen den Nazis in den Weg gestellt. Es bleibt an uns, den Aufmarsch gemeinsam zu verhindern und ihnen die Straße endgültig zu entreißen!
Wir werden nicht länger hinnehmen, dass die Geschichte durch die Nazis verdreht wird!
Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!
INFOVERANSTALTUNG IN HAMBURG:
Infoveranstaltung zu den Gegenaktivitäten am 14. Februar in Dresden
Freitag, 6. Februar ‘09, 19:30 Uhr
Antifa Cafe, Hafenstr. 116
Busfahrkarten können ab sofort im Buchladen im Schanzenviertel (Schulterblatt) und im Infoladen Schwarzmarkt (Kleiner Schäferkamo 46) gekauft werden!
Redebeitrag zur Kundgebung am 25.10. gegen den “Thor Steinar”-Shop
Redebeitrag der Antifaschistischen Gruppe [a²] Hamburg
“Thor Steinar” ist weg!
Vielen Dank an die heute hier zahlreich erschienenen Menschen, die mit uns gemeinsam den Auszug des Naziladens begleiten.
Seit mittlerweile 6 Wochen finden hier täglich Kundgebungen und Informationsstände gegen das Geschäft „Brevik“ und seine rechtsextremen Klientel statt. Überzeugt von der Notwendigkeit des Protests haben viele Menschen in den letzten Wochen ihre Freizeit investiert, um hier ihre ablehnende Position deutlich zu machen. Danke dafür. (more…)
Neonazimarke “Thor Steinar” eröffnet Geschäft in der Hamburger Innenstadt
Am Donnerstag hat in der Hamburger Innenstadt ein Geschäft der in der rechtextremen Szene beliebten Bekleidungsmarke Thor Steinar eröffnet… weiterlesen
Am Sonntag ist in der Innenstadt verkaufsoffener Sonntag. Für diesen Tag ist ab 13h eine antifaschistische Kundgebung vor dem neuen Laden in der Mönckebergstraße angemeldet.
Stoppt Thor Steinar! Kein Nazi-Laden in Hamburg oder anderswo!
Tägliche Kundgebung gegen Thor Steinar Laden in der Innenstadt
Das Hamburger Bündnis gegen Rechts hat am 1.10. beschlossen, tägliche ANTIFASCHISTISCHE KUNDGEBUNGEN abzuhalten!
VOR DER HSH-SHOPPING-PASSAGE, Mönckebrunnen Mo-Fr. 17-20 Uhr, Sa. 13-20 Uhr
KOMMT ZUR KUNDGEBUNG “Schöner Leben ohne Nazi-Läden”
Stoppt Thor Steinar! - Jeden Tag! Und überall!
Nachbereitung zum 1. Mai 2008 in Hamburg
Zu den Antifaschistischen Aktionen am 1. Mai, die sich nicht auf staatliche Stellen verlassen haben!
We’re breaking the rules. Ignore the machine.
„Wir werden nicht akzeptieren, dass sich uns jemand in den Weg stellt!“ [a²]-Hamburg
Für den 1. Mai mobilisierten sog. „Freie Nationalisten“ und NPD bundesweit nach Hamburg-Barmbek, um den internationalen Kampftag der Arbeiter_innenklasse in ihrem Sinne umzudeuten und von Rechts zu besetzen. Dieser Versuch endete für sie, wie auch für die Hamburger Polizei in einem Fiasko. Auch wenn Nazis und Polizei, sowie eine reaktionäre Medienlandschaft dies umzudeuten versuchen, bestimmten die antifaschistischen Gegenaktivitäten, welche sich in einem breiten, sich ergänzenden Aktionsrahmen widerspiegelten, den Tag. Nazis und Polizei konnten lediglich in dem ihnen vom Protest vorgegebenen Rahmen agieren.
Die Nazis konnten weder auf der ihnen zugesagten Route noch zu ihrer anvisierten Startzeit marschieren. Außerdem konnten mindestens 200 Nazis aufgrund von polizeilichen, vor allem aber antifaschistischen Platzverweisen, den Kundgebungsort gar nicht erst erreichen. Die Nazis sind erst nach mehreren Stunden Stillstand an der Alten Wöhr mit massivstem Polizeieinsatz auf der kürzesten Route nach Hause geschickt worden. Während die Polizei am U/S-Bahnhof Ohlsdorf bemüht war, die Nazis schnellstmöglich in die Bahn zu bringen, wussten diese noch nicht, dass alle ihre Reisebusse bereits Glasbruch erlitten hatten und einige ihrer Autos in Flammen aufgegangen waren. Die defekten Busse hatten zu dem Zeitpunkt bereits ohne sie den Heimweg angetreten. Der Tag war für die Nazis alles, nur kein Erfolg!
Es gab viele Faktoren welche, sich ergänzend, den antifaschistischen Erfolg ermöglicht haben. Der Reihe nach…
Faktor 1:
Das Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR) und autonome Antifaschist_innen mobilisierten ab Februar massiv zur antifaschistischen Bündnisdemo nach Hamburg-Barmbek. Während das HBgR und die Kampagne „Keine-Stimme-den-Nazis“ sich stark um die Mobilisierung im Stadtteil bemühten und einen Info Stand nach dem anderen, eine Veranstaltung nacheinander abhielten, konzentrierten sich autonome Gruppen vor allem auf die Mobilisierung autonomer Antifaschist_innen. Bereits Ende März war klar, daß die Demonstration wesentlich größer werden würde als alle antifaschistischen Demos der letzten Jahre. Es gab enorm viel Interesse und Zuspruch.
Faktor 2:
Die genauen Routen der beiden Demonstrationen standen bis Mitte der Woche vor dem 1. Mai noch nicht sicher fest. Die Innenbehörde bestätigte schließlich kurzfristig die Route der Nazis mitten durch Barmbek und verbot die antifaschistische Gegendemonstration. Dies bedeutete, dass Barmbek im Prinzip zu einer Art „polizeilich national befreiten Zone“ geworden wäre. Hinzu kamen die üblichen Hamburger Auflagen, zuzüglich einer neuen: Verbot des Mitführens von Glasflaschen. In Hamburg ist es üblich, dass die Polizei derart Auflagen und Verbote sehr kurzfristig rausgibt, damit eine erfolgreiche Klage dagegen nahezu unmöglich gemacht wird. Diese Verzögerungstaktik ging diesmal nach hinten los und war ausschlaggebend für das polizeiliche Versagen am 1. Mai. Das HBgR zog, von polizeilicher Seite unerwartet, bis zum Oberverwaltungsgericht (OVG). Dieses genehmigte die Route, welche die Naziroute kreuzte und hob Teile der Auflagen auf: das Flaschenverbot wurde gekippt und es durften in Hamburg erstmals seit Jahren wieder Seitentransparente über 1,50 m getragen werden.
Die Bullen hatten hierfür offensichtlich keinen Plan B.
Faktor 3:
Die antifaschistische Bündnidemonstration, welche sich um 10 Uhr am U/S Bahnhof Barmbek versammelte, stieg schnell auf eine Teilnehmer_innen Zahl von über 10.000 Menschen an. Allein der autonome Antifa Block war mit über 4000 Menschen präsent. Selbst wenn die Bullen ihre übliche Taktik hätten anwenden wollen (das Absperren ganzer Stadtteile), hätte dies aufgrund der Masse und der Entschlossenheit der Antifaschist_innen am 1. Mai nicht geklappt. Es waren lediglich 2500 Bullen im Einsatz. In Hamburg arbeiten die Bullen bei Demos jedoch seit der „Schill-Ära“ mit einem Betreuungsverhältnis von etwa 1:1 bei Demonstrationen. Sind sie in Unterzahl, sind sie überfordert. Ob diese Fehleinschätzung bei den Bullen oder dem VS lag, ist nicht klar – soll uns aber auch scheißegal sein!
Faktor 4:
Noch bevor sich die Demonstration in Bewegung setzte, waren Rauchschwaden am Horizont über Barmbek zu sehen. Ab dem Moment überschlugen sich die Ereignisse und die Polizei konnte lediglich Schadensbegrenzung betreiben.
Auf den Gleisen der S-Bahn brannten Barrikaden. Folge: der Strom musste abgestellt werden. Die Nazis, welche sich diesmal im Norden Hamburgs getroffen hatten, konnten nun nicht mehr mit der S-Bahn zu ihrem Kundgebungsort gelangen. Stattdessen machten sie sich zu Fuß auf den Weg, so dass eine geordnete und koordinierte Anreise im Sinne der Bullen nicht mehr möglich war. Dazu an späterer Stelle noch mehr.
Faktor 5:
Die Situation in Barmbek sah nun so aus, das überall Gruppen und Grüppchen von Nazis alleine versuchten den Kundgebungsort zu erreichen. Der Autonome Antifa Block hielt es in dieser Situation für falsch, weiter polizeibegleitet durch die Straßen geleitet zu werden. Dieser löste sich dementsprechend frühzeitig auf, um die Nazis auf eigene Art und Weise nach Hause zu schicken. Auch damit hatte die Polizei nicht gerechnet – Die Nazis auch nicht.
Faktor 6:
Die Bündnisdemo blockierte die Route der Nazis einige hundert Meter nach ihrem Startpunkt. Die Bewohner_innen des Stadtteils, die Menschen auf der Route der Nazis sowie in den anliegenden Straßen haben nicht nur dafür gesorgt, dass für Bullen und Nazis kein Durchkommen war, sie haben zudem Polizeikräfte gebunden. Militante, direkte antifaschistische Aktionen wurden dadurch unterstützt.
All diese Faktoren haben dazu geführt, dass
- die Naziroute, sowie die geplanten Ausweichrouten blockiert wurden;
- Polizeikräfte gebunden waren und damit die öffentliche Sicherheit im polizeilichen Sinne nicht mehr zu gewährleisten war;
- die Nazis ihr gewalttätiges Gebaren, jenseits von bürgerlichem Auftreten zeigten;
…die Bullen keine andere Möglichkeit sahen, als die Nazis zum nächstgelegenen, funktionstüchtigen U/S-Bahnhof durchzuprügeln!
Das ist kein Sieg der Nazis und kann schon gar nicht mit „Der nationale Widerstand kämpfte sich erfolgreich durch Barmbek!“, wie in der Nachbereitung der Nazis geschehen, betitelt werden.
Was (für Hamburg) ungewohnt war…
By the way, how much is the fish?!!
Für die Hamburger Öffentlichkeit, für die Medien aber auch für viele Antifaschist_innen gab es einige neue Erfahrungen am 1. Mai.
Im Mittelpunkt vieler Diskussionen steht zunächst der „Schwarze Block“ der sogenannten „Autonomen Nationalisten“. Dieser ist in der Form in Hamburg zum ersten Mal in Erscheinung getreten. Bundesweit ist dieses Phänomen nicht neu. Vor allem im Ruhrpott ist dieser Trend massiv zu erkennen. Auch für die Polizei sollte dies keine Überraschung gewesen sein. In diversen Internetforen der Nazis war das für den 1. Mai zu erwartende Klientel nachzuvollziehen - so wurde z.B. deutlich angekündigt es werde „der militante Kern“ nach Hamburg reisen.
Diese angekündigte Gewalttätigkeit der Nazis war schließlich das nächste Phänomen. Auch dies ist nicht neu: Nazis sind stets gewalttätig! In den letzten Jahren gaben sie sich auf ihren Aufmärschen meist einen legalistischen Anstrich, um „Bürgernähe“ zu suggerieren und möglicher Repression aus dem Weg zu gehen. Aber allein schon ihr dort vertretenes Menschenbild macht sie, wenn auch nur verbal, gewalttätig. Außerhalb von Demonstrationen sind sie stets gewalttätig – das darf nicht vergessen werden!
Das gewalttätige Auftreten der Nazis lag unserer Einschätzung nach vor allem auch daran, dass sie geschlossen und aufmarschähnlich, ohne einschränkende Begleitung durch Bullen oder Protest, den Weg Richtung Barmbek antreten konnten. Für das kollektive Gefühl von Stärke in Kombination mit der damit verbundenen Eigendynamik war dieses Erlebnis mit Sicherheit ein enormer Auftrieb, welcher zu einer maßlosen Selbstüberschätzung geführt hat. Anders sind die Bewertungen, der 1. Mai sei ein Erfolg gewesen, nicht nachzuvollziehen.
In Bezug auf Gegenaktivitäten muss unsererseits darüber diskutiert werden, wie mit einem veränderten Auftreten der Nazis umgegangen wird. Wir als Antifaschist_innen können langfristig nicht die bisherigen Strategien fahren, wenn die Nazis ihre ändern.
Ein weiterer öffentlicher Diskussionspunkt war die Militanz von antifaschistischer Seite. Im Zuge direkter, militanter Aktionen sind mehrere Busse und Autos von Nazis angegriffen und teilweise vollkommen zerstört worden. Auch Polizeiwagen und weitere Müllbehälter wurden zerstört.
In der Medienberichterstattung wurden viele Dinge (bewusst) verschwiegen oder verdreht:
- aus brennenden Nazi-Karosserien wurden Autos von Stadtparkbesucher_innen
- Im Stadtpark soll ein Café von Antifas verwüstet worden sein. Obwohl sich schnell herausstellte, dass dies gelogen war, wurde es weiter in der Presse propagiert.
- Desweiteren soll ein Krankenhaus von Antifas „gestürmt“ worden sein. Auch das stimmt so nicht. Als die Polizei den Nazis die Straße frei prügelte, wurden einige Antifaschist_innen auf das Gelände eines Krankenhauses gejagt. Hierbei versuchten einige der Ingewahrsamnahme und vor allem den Schlägen der Bullen zu entkommen.
Im Nachhinein lässt sich festhalten, dass die Militanz überwiegend gezielt ausgerichtet war und nicht das Ziel hatte, unbeteiligte Menschen persönlich zu schädigen. Ohne militante Aktionen wäre aus antifaschistischer Sicht der Tag nicht so erfolgreich verlaufen!
Eine positive Darstellung des militanten Antifaschismus in öffentlichen Medien ist selbstverständlich nicht zu erwarten. Tut auch keiner! Dennoch täten diejenigen, welche Militanz als ihr Aktionsfeld nutzen, gut daran, sich mit der Vermittlung und Vermittelbarkeit ihrer Aktionen zu beschäftigen. Gerade im Bezug auf die ausgewählten Objekte und politischen Ziele.
zu guter letzt…
I want you back for the rhythm-attack. Get down in full effect!
Dass der 1. Mai in Hamburg ein Erfolg antifaschistischer Mobilisierung war, wurde bereits gesagt, kann hier aber gerne nochmal wiederholt werden: Die Nazis waren und sind in Barmbek unerwünscht! Ihnen wurde auf breiter Ebene Ablehnung entgegengebracht. Durch eine antifaschistische Mobilisierung, wenn auch als Reaktion auf einen Naziaufmarsch, hat man die Möglichkeit die Anwohner_innen der betreffenden Gegend gegen Naziaktivitäten und die Inhalte der Nazis zu sensibilisieren. Dies ist in Barmbek hervorragend gelungen!
Aus linksradikaler Sicht gibt es viel Diskussionsstoff für die Zukunft. Eine „Volksfront“ gegen Nazis, welche keinerlei emanzipatorischen Ziele verfolgt, kann nicht unser Ziel sein. Bei nahezu jeder antifaschistischen Demonstration stehen wir zusammen mit politischen Kräften, mit welchen wir nur geringe politische Schnittmengen haben.
Dennoch: Solidarität auf der Basis eines antifaschistischen Grundkonsens ist uns wichtig und nicht zu vergleichen mit dem inhaltslosen Hinterherlaufen hinter einem undefinierten, ausgrenzenden, diskriminierenden Gemeinschaftsgefühl.
KLASSENKAMPF statt „Volksgemeinschaft“!
Danke an alle die mit uns auf der Straße waren! Vor allem an alle Nicht-Hamburger_innen, die den weiten Weg auf sich genommen haben!
Danke! Transforming the tunes we need your support!
[a²]-Hamburg, Mai 2008
1. Mai 2008 - Klassenkampf statt Volksgemeinschaft!
1. Mai 2008 – Klassenkampf statt Volksgemeinschaft
Für den 1. Mai 2008 rufen NPD und „Freie Nationalisten“ ihre Anhänger_innen und Sympathisant_innen zur bundesweiten Demonstration in Hamburg-Barmbek auf. Der 1. Mai ist dabei für die Neonazis kein beliebiger Anlass, sondern der Versuch, den internationalen Kampftag der Arbeiter_innen für eigene Zwecke zu instrumentalisieren, zum „Tag der deutschen Arbeit“ umzudeuten und so an nationalsozialistische Traditionen anzuknüpfen. Dass Nazis versuchen, den 1. Mai inhaltlich von rechts zu besetzen, ist nichts Neues und geht einher mit der verstärkten Bezugnahme auf soziale Themen. Ob beim Thema Arbeitslosigkeit, Hartz IV oder auch wie im letzten Jahr bei den G8-Protesten – Nazis versuchen, verstärkt präsent zu sein. Die Strategie ist dabei denkbar simpel: realen Zukunftsängsten, ökonomischer Unsicherheit und der Angst vor sozialem Abstieg wird ein vereinfachter (pseudo-) “Antikapitalismus“ entgegengesetzt, welcher den Problemen der Globalisierung mit sog. „Nationalem Sozialismus“ begegnen will. Dass dahinter menschenverachtender, völkischer Nationalismus steckt, ist eindeutig. Wir werden verhindern, dass NPD und Co. diesen Scheiß auf die Straße tragen!
„Antikapitalismus“ von Rechts? Dat löpt so nich’!
Um die Probleme der Welt zu erklären, bemühen Nazis die uralte antisemitische Theorie der „jüdischen Weltverschwörung“. In dieser Verschwörungstheorie liegt der Kern des nationalsozialistischen „Antikapitalismus“.
Das Kapital wird in zwei Kategorien eingeteilt: „schaffendes“ und „raffendes“ Kapital.
„Schaffendes Kapital“ sei eine starke nationale Wirtschaft, welche im Sinne einer „(deutschen) Volksgemeinschaft“ handle, also auch und vor allem dem „deutschen Arbeiter“ diene. „Raffendes Kapital“ hingegen sei das „internationale Finanzkapital“, welches durch „Zinswucher“ und „Spekulantentum“ die „Völker der Welt“ unterjochen wolle und das „schaffende Kapital“ zerstöre. Je nachdem, wie unverhohlen argumentiert wird, wird das „internationale“ auch als das „jüdische Finanzkapital“ bezeichnet; vermeintlich ansässig an der Ostküste der USA. Daher wird von den Nazis als Synonym für „Weltjudentum“ auch gerne mal der Begriff „Ostküste“ verwendet. Die Globalisierung sei dementsprechend auch das Werk dieser Verschwörung, allen voran das der USA, welche die Interessen des „Weltjudentums“ vertrete. Die Lösung liege nun also im „nationalen Sozialismus“, da das „internationale Finanzkapital“ nur im nationalen Rahmen gebändigt werden könne. Dieser „Kapitalismuskritik” geht es in erster Linie um den Ausschluss all jener, die nicht in das Konstrukt der „ethnisch reinen Volksgemeinschaft” passen.
Ein solcher „Antikapitalismus“ ist nichts anderes als völkischer Kapitalismus auf antisemitischer Grundlage und somit alles andere als antikapitalistisch. Das kapitalistische System als Ganzes wird in keinster Weise in Frage gestellt.
Heuschrecken und Co. – Tüddelkram!
Kritik an sozialer Ungerechtigkeit und den gesellschaftlichen Verhältnissen nimmt zu. Leider beschränkt diese sich häufig auf die individuell und aktuell als negativ empfundenen Erscheinungsformen des Kapitalismus. Diese verkürzte Kapitalismuskritik verkennt jedoch, dass diese Erscheinungsformen dem Kapitalismus immanent sind.
Die Unzufriedenheit mit den Entscheidungen von Manager_innen, Firmen oder Investor_innen mündet meist in der Personalisierung der Kritik. Es wird hier jedoch nicht die kapitalistische Gesamtheit kritisiert, sondern jeweils nur die entscheidungstragende Person. Eine solche Kapitalismuskritik ist keine Kritik am Kapitalismus. Sie kritisiert das Handeln einzelner Akteure. Je nachdem, ob das Handeln dieser Akteure der jeweiligen Kritiker_in in den Kram passt, wird in „gutes und schlechtes Kapital“ unterschieden. Die sogenannte „Heuschreckendebatte“ dokumentiert dies recht gut.
Den Vorwurf der verkürzten Kapitalismuskritik müssen sich auch diverse Gewerkschaften und NGO´s gefallen lassen, sofern diese für sich überhaupt beanspruchen, den Kapitalismus kritisieren zu wollen.
Die Einteilung von Kapitalist_innen in „innovative Investoren“ und „Heuschrecken“ beinhaltet den moralischen Appell, den Kapitalismus gerechter und humaner zu gestalten. Dieser vermeintlich gut gemeinte Ansatz läuft zwangsläufig ins Leere, denn der Kapitalismus wird eben nicht durch einzelne Akteure gestaltet. Im Gegenteil leistet die verkürzte Kritik ausgerechnet denen Vorschub, welche in „schaffendes - nationales” und „raffendes - internationales” Kapital unterscheiden und in der Konsequenz eine „Volksgemeinschaft” einfordern – den Nazis.
Antikapitalismus ist Klasse!
Unsere Kapitalismuskritik muss den Kapitalismus in seiner Gesamtheit inklusive der ihm zugrunde liegenden Begrifflichkeiten erfassen. Diese Analyse ist notwendig, um die Vertracktheit des Kapitalismus deutlich zu machen und verkürzten Analysen inhaltlich zu begegnen. Denn Begriffe wie Güter, Mehrwert und Geld erscheinen als naturgegeben und werden kaum hinterfragt. Sie sind jedoch Ausdruck der kapitalistischen Produktions- und Machtverhältnisse.
Im Kapitalismus haben Güter nicht nur einen Gebrauchswert, sondern vor allem einen (Tausch)Wert. Durch diese Doppeleigenschaft wird das Gut zur Ware. Produziert wird nicht mehr ausschließlich für den Gebrauch, sondern zum Tauschen. Der (Tausch)Wert ist die vermittelnde Instanz im Kapitalismus. Der Wertbegriff zieht sich durch nahezu alle gesellschaftlichen Instanzen. Der Mensch an sich bekommt seinen gesellschaftlichen Wert zugeschrieben. Wer nicht in der Lage ist, die gesellschaftlich an ihn gerichteten Wertforderungen zu erfüllen, wird marginalisiert.
Das allgemeine Äquivalent der Waren ist das Geld. Dieses ist notwendig, um die Dinge aufeinander zu beziehen und in Relation zueinander zu setzen: So können beispielsweise Autos und Dienstleistungen miteinander verglichen werden.
Im Produktionsprozess wird Kapital vermehrt. Sehr vereinfacht wird (G)eld in (W)aren, z.B. Rohstoffe, Arbeitskraft und eine Werkstatt, investiert. Im Produktionsprozess wird eine neue (W’)are hergestellt, welche im Tausch wiederum zu (G’)eld wird. Der Clou dabei ist, das G’ größer ist als G. Das heißt, der Kapitaleinsatz hat sich im Produktionsprozess vermehrt – und zwar durch Arbeit.
Dem Kapitalismus immanent ist die Klassengesellschaft. Auf der einen Seite gibt es diejenigen, welche Besitz an Produktionsmitteln haben (Bourgeoisie) und auf der anderen Seite jene, die über keine verfügen (Proletariat). Menschen, die über keine Produktionsmittel verfügen, sind gezwungen, die einzige Ware, die sie besitzen, ihre Arbeitskraft, auf dem Arbeitsmarkt zu verkaufen.
Die Erkenntnis, einer der beiden Klassen anzugehören und für das gemeinsame Klasseninteresse zu kämpfen, wird als Klassenbewusstsein bezeichnet. Dieses ist leider bei den meisten nicht vorhanden, weshalb in die „Klasse an sich“ und die „Klasse für sich“ unterschieden wird. Erst die „Arbeiter_innenklasse für sich“ sieht die Überwindung der Klassengesellschaft als Notwendigkeit an und kämpft aktiv für dieses Ziel.
Das Besondere an der Ware Arbeit ist ihr wertbildender Charakter. Der von den Arbeiter_innen geschaffene Mehrwert geht an die Kapitalist_innen. Der Lohn hingegen ist völlig unabhängig vom produzierten Wert. Der (Tausch)Wert der Arbeit ist nur so hoch, wie zum Erhalt der Arbeitskraft (Reproduktion) und der Motivation der Arbeiter_innen notwendig. Das ist Ausbeutung!
Dabei ist es geradezu absurd, die Kapitalist_innen in eine moralische Pflicht zu nehmen. Sie handeln einfach nach der Logik des Kapitalismus. Wenn sie in dieser Logik bestehen wollen, müssen sie ihre Güter immer effizienter und billiger produzieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Allerdings verteidigen sie ihrem Klasseninteresse entsprechend ihren sozialen Status und sind diejenigen, die die Verhältnisse so belassen wollen wie sie sind.
Der Kapitalismus ist gar nicht so sehr durch die Herrschaft von Menschen über Menschen bestimmt, sondern vielmehr von der Herrschaft der Waren und ihrer Produktionsverhältnisse über die Menschen. Wir alle als Teil der kapitalistischen Realität reproduzieren diese Verhältnisse ständig weiter. Mehr denn je ist es notwendig klar zu machen, dass Kapitalismus ohne Unterdrückung und Ausbeutung nicht möglich ist.
Wir erheben nicht den Anspruch, eine so komplexe Kapitalismuskritik vollständig in einem Flugblatt unterzubringen. Uns ist auch bewusst, dass allein eine revolutionäre Veränderung der ökonomischen Verhältnisse nicht ausreicht, Unterdrückungsmechanismen wie beispielsweise Sexismus und Rassismus zu überwinden.
Wenn aber sowohl Nazis, als auch anderen gesellschaftlichen Akteuren zu recht vorgeworfen wird, eine falsche Kapitalismuskritik zu äußern, so müssen wir als radikale Linke zumindest die Grundgedanken einer ernstzunehmenden Kritik darstellen und unsere eigenen Inhalte offensiv nach außen tragen. Auch wenn diese vielleicht schwerer zu fassen sind, so sind sie doch sachlich richtig und bilden die Basis für unsere politischen Kämpfe.
In der antifaschistischen Linken gibt es viele verschiedene Ideen und Vorstellungen, wie eine Gesellschaft jenseits vom Kapitalismus aussehen soll und wie diese erkämpft werden kann. Was uns eint, ist die Überzeugung von einer solidarischen Gesellschaft jenseits von Nation und Volksgemeinschaft, die Aufhebung aller Unterdrückungsverhältnisse und die Abschaffung des Kapitalismus.
Wat mutt, dat mutt!
Der Kapitalismus muss zur Disposition gestellt werden. Bestandteil unserer Kapitalismuskritik ist die kategorische Ablehnung von Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Sexismus. Diese Unterdrückungsmechanismen sind existentielle Bestandteile der nationalsozialistischen Ideologie und müssen bekämpft werden.
Allerdings sind sie nicht nur bei der extremen Rechten anzutreffen: Es ist und bleibt dieser Staat, der Entschädigungszahlungen an die Überlebenden des Nationalsozialismus verweigert und durch das Gleichstellen von Täter_innen und Opfern Geschichtsrevisionismus betreibt. Dieser Staat ist es auch, der durch seine rassistische Scheißpolitik gegen Migrant_innen hetzt, sie durch Residenzpflicht und andere Gesetze schikaniert und letztendlich durch Abschiebungen deren Tod bewusst in Kauf nimmt. Die Aufgabe der Polizei als Teil der staatlichen Exekutive ist die Umsetzung dieser Politik und die Aufrechterhaltung des kapitalistischen Normalzustandes.
Auch wir als radikale Linke und Antifaschist_innen sind immer Ziel staatlicher Angriffe und Repressionen. Am 1. Mai 2008 wird uns ein martialisches Polizeiaufgebot erwarten, um antifaschistische Aktivitäten zu verhindern. Es gibt an diesem Tag keinen Grund, sich von polizeilichen Schikanen beeindrucken zu lassen. Unser Ziel ist es, den Naziaufmarsch zu verhindern! Wir werden nicht akzeptieren, dass sich uns jemand in den Weg stellt!
Für ein kommunistisches Begehren!
[a²] - Hamburg / a2@nadir.org / April 2008
„Sowie nämlich die Arbeit verteilt zu werden anfängt, hat jeder einen bestimmten ausschließlichen Kreis der Tätigkeit, der ihm aufgedrängt wird, und aus dem er nicht heraus kann; er ist Jäger oder Fischer oder Hirt oder kritischer Kritiker und muß es bleiben, wenn er nicht die Mittel zum Leben verlieren will - während in der kommunistischen Gesellschaft, wo jeder nicht einen ausschließlichen Kreis der Tätigkeit hat, sondern sich in jedem beliebigen Zweige ausbilden kann, die Gesellschaft die allgemeine Produktion regelt und mir eben dadurch möglich macht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden“ Karl Marx
5.12. - Antifa Cafe: “Widerstand und Verfolgung im Hamburger Hafen”
Thema des Antifa Cafes am 5.Dezember ist “Widerstand und Verfolgung im Hamburger Hafen” im Nationalsozialismus. Das ganze Cafe findet diesmal auf einer Barkasse statt! Danach (ab ca. 20:30Uhr) geht es wie gewohnt mit Drinks und Musik in der Hafen-VoKü weiter.
5.Dezember 18Uhr Anleger Vorsetzen, beim roten Feuerschiff. U-Bahn Baumwall
Ab ca. 20:30Uhr Antifa-Café in der Hafen-VoKü, St. Pauli Hafenstraße 116, 20359 Hamburg
Tickets für die Hafenrundfahrt sind im Infoladen Schwarzmarkt, Kleiner Schäferkamp 46, erhältlich.
Seit über 20 Jahren stellt Bauer Nahtz norddeutschen Neonazis sein Grundstück für Veranstaltungen zur Verfügung. So auch am 21.12. zur “Wintersonnenwendfeier”. Darüber und über Gegenaktivitäten wird von Genossen_innen der Antifa Lüneburg berichtet.
Montag 8.12. 19.30 / Antifa Jugend Cafe / Klausstr. 10 / Altona
6.10. - Infoveranstaltung „Siempre Antifascista!”
Nazimorde, Nazibewegung, antifaschistischer Widerstand: Veranstaltung zur internationalen Situation der Nazibewegung und Mobilisierung für die „Siempre Antifascista!”-Aktionen. Siempre Antifascista
Datum: 6.10.2008
Zeit: 19.30 Uhr
Ort: Rote Flora, Achidi-John-Platz 1