Antifa InfoPool Hamburg

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25/05/07

Nazi-Geschäfte bekamen Besuch

Nach einiger Zeit relativer Funkstille können wir unseren Lesern einmal wieder etwas erfreuliches melden! So bekamen drei rechte Ladengeschäfte im Norden lauten Besuch der besonderen Art: Eine Gruppe aktiver Antifaschisten machte sich am vergangene Samstag (19.05.2007) per Bus auf, die rechten Geschäftemacher zu erinnern, dass sie überhaupt nicht erwünscht sind. Die Tour führte durch Schleswig-Holstein, Niedersachsen und endete in Hamburg. Organisiert wurde sie von der Kampagne "Move Ya!", die gegen rechten Lifestyle und entsprechende Geschäftemacherei vorgeht.

Schönes Wetter, aber ein Nazi-Laden in der Nachbarschaft? "Move Ya!" klärt über die rechten Geschäftsinhaber auf.

Besucht wurden das Geschäft "Böhm Streetwear" in Lägerdorf (Schleswig-Holstein), "Streetwear Tostedt" in Todtglüsingen (Niedersachsen) sowie "Unbreakable Streetwear" in der Bürgerweide in Hamburg. Mit Transparenten und Flyern wurden die Anwohner und Nachbarn auf die rechtsradikalen Läden aufmerksam gemacht.

Der erste Besuch galt Ragnar Böhm, der "Böhm Streetwear" und einen Internethandel in Lägerdorf betreibt. Hier ist fast alles zu bekommen, was ein Dorfnazi-Herz höher schlagen lässt. Von "Thor-Steinar"-Klamotten über Schlagstöcke und Messer bis hin zum Paintball-Zubehör für Kriegsfetischisten wird hier alles angeboten.

Nachdem die provinzielle Ruhe in Lägerdorf von den rund 80 Antifaschisten erheblich gestört wurde, ging es weiter nach Todtglüsingen in Niedersachen. Dort hat es sich Stefan Silar mit seinem Laden "Streetwear Tostedt" gemütlich gemacht. Der wegen Totschlags als 19jähriger Anfang der 90er verurteilte Ladeninhaber verkauft neben einschlägigen Szene-Marken auch RechtsRock-CDs und bietet mit seinem kleinen Geschäft einen beliebten Anlaufpunkt für Neonazis aus der Umgebung. Auch hier protestierten die reisefreudigen Antifas gegen den florierenden Handel mit menschenverachtenden Tonträgern und Nazi-Shirts. Auch dem letzten verschlafenen Dorfbewohner ist jetzt klar geworden, welche Ideologie bei "Streetwear Tostedt" Trumpf ist...

Der krönende Abschluss der Kampagnenfahrt wurde Volker Fuchs und seinem "Unbreakable Streetwear" in der Bürgerweide unserer Stadt vorbehalten. Antifa-InfoPool-Lesern sowie einigen Hamburger Strafrichtern ist Volker Fuchs ein alter Bekannter, zu oft sind sie in der vergangenen Zeit mit ihm konfrontiert worden. Fuchs, der zuletzt mit einer lautstarken Party in seinem Verkaufraum an Hitlers Geburtstag für Aufmerksamkeit und einen beachtlichen Polizeieinsatz sorgte, verschloss panisch die Eingangtür, als er den ungebetenen Besuch erspähte. In seinem Geschäft verkauft er Bekleidung für Neonazis und andere Idioten. Die wenigen, aber umso ungemütlicher aussehenden Kunden lungern zuweilen in Rocker-Kutte vor dem Laden rum. "Move Ya!" hatte schon in den vergangenen Monaten hunderte Flugblätter gegen den Nazi-Laden verteilt und jetzt mit der Kundgebung ein klares Zeichen gegen "Unbreakable Streetwear" gesetzt.

"Unbreakable Streetwear" hält nicht, was es verspricht - die Scheiben sind erst kürzlich wieder zu Bruch gegangen.

Die Bustour wurde von Journalisten begleitet und fand auch in deren Berichterstattung positive Erwähnung. Mit dem Aktionstag ist "Move Ya!" dem erklärten Ziel, die neonazistischen Vertriebsstrukturen von Bekleidungsmarken und Nazi-Lifestyle im Norden aufzudecken, einen guten Schritt näher gekommen. Zumindest drei Akteure der rechten Szene sind ins Rampenlicht der Öffentlichkeit gezerrt worden. Sie verdienen tagtäglich Geld mit menschenverachtender Politik und leisten der Entwicklung und Festigung der Nazi-Szene fleißig Vorschub. Hoffentlich ist ihnen durch den ungebetenen Besuch wenigstens für einen kleinen Moment die Lust daran vergangen! Denn wer weiß schon, wann die Antifa das nächste Mal vorbeischaut...


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Zur Presseerklärung der Kampagne >>>

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