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28/10/05 "Stadt.Land.Fluss. Kein Raum den Nazis"Antifaschistische Kampagne in Harburg erfolgreich abgeschlossen
Am 22.Oktober endete die erfolgreiche Kampagne „Stadt.Land.Fluss. – Kein Raum den Nazis“ mit einer kraftvollen Demonstration durch Hamburg-Harburg. Fast 450 Antifaschistinnen und Antifaschisten waren dem Aufruf gefolgt und fanden sich auf dem Herbert-Wehner-Platz ein. Trotz anfänglicher Schikanen durch die Polizei – es mussten z.B. die behördlichen Auflagen drei Mal hintereinander verlesen werden, die Demo durfte sich nicht richtig aufstellen etc.- zog die Demo laute Parolen rufend und geschlossen durch die Harburger Innenstadt. Nach der Abschlusskundgebung versuchten zahlreiche Antifas noch direkte Aktionen gegen eine Veranstaltung der unangenehmen Art durchzuführen: Der Bahrenfelder Nazi Alexander Hohensee, selbst Gegenstand der Antifa-Kampagne, hatte zur „Gegendemo“ aufgerufen. Trotz anreise aus dem halben Bundesgebiet fanden nur knapp 100 Nazis den Weg zum Harburger Bahnhof. Von dort marschierten sie, geschützt von über 500 Polizisten und mehreren Wasserwerfern, durch den Stadtteil Wilstorf. Direkte Antifa-Aktionen gegen den Aufmarsch waren ob der aggressiven „Maßnahmen“ der Hamburger Polizei kaum möglich. Lediglich auf der Abreise musste eine Gruppe von 20 Nazis am Hauptbahnhof feststellen wie es sich als Nazi ohne Polizeischutz anfühlen kann. Per direkter Aktion wurden ihnen antifaschistische „Platzverweise“ ausgesprochen welchen sie, leicht lädiert und in Panik, nachkommen mussten.
Der schwerbewachte Naziaufmarsch Auch die geplante Abendgestaltung der anderen Aufmarsch-TeilnehmerInnen verlief wohl anders als geplant: Unter dem etwas peinlichen Motto „Gemeinsam kämpfen, gemeinsam feiern“ trafen sich 50 Nazis in einer Meckelfelder Kleingartensiedlung zum Besäufnis. Stimmung kam aber keine auf und schon um 23Uhr verlies der Mob die „Party“ um sich im Harburger Kneipenviertel mit der Polizei herumzuschlagen. Nicht nur die Abschluss-Demonstration sondern die ganze Kampagne kann als voller Erfolg bewertet werden. Während vier Outing-Aktionen, zwei Büchertischen, einer Info-Veranstaltung sowie durch das Verteilen tausender Flugblätter und Broschüren wurden die Öffentlichkeit in Hamburgs Süden auf das Problem verfestigter Nazistrukturen aufmerksam gemacht. Außerdem, so betonte eine Sprecherin der Kampagne, wurde „ gezeigt, dass Nazis immer und überall für ihre menschenverachtende Hetze verantwortlich gemacht werden können“. Auch wurde durch zahlreiche Presseberichte eine breitere Öffentlichkeit als bei ähnlichen Kampagnen häufig üblich erreicht. Es bleibt zu hoffen, dass die Kampagne zur Entwicklung eines Problembewusstseins auch in „bürgerlichen“ Kreisen beitragen konnte.
Outing-Aktion Trotz der erfolgreichen Kampagne muss die antifaschistische Bewegung in Hamburg auch weiter aufmerksam die Naziszene (nicht nur) in Harburg beobachten. Denn faschistischen Strukturen kann nur mit kontinuierlicher und konsequenter Antifa-Arbeit auf verschiedenen Ebenen begegnet werden. Hierzu erklärte die Sprecherin der Kampagne auch weiterhin „,aktiv gegen Faschisten und ihre Hetze vor(zu)gehen“ zu wollen. Dokumentation: Berichte der Aktionen finden ihr bei Indymedia (Rechtlicher Hinweis zu Links >>>) 20/09/05: Neonazi und Anti-Antifa-Fotograf Frank Försterling geoutet >>> 24/09/05: Antifas informieren per Flyer+Infostand über Nazistrukturen >>> 28+29/09/05: Infoveranstaltung in Harburg/ NPD-KV Dembosky geoutet >>> 05/10/05: Neonazi Andreas Haye in Harburg geoutet >>> 14/10/05: Nazi-Aktivist Alexander Hohensee geoutet >>> 15/10/05: Polizei schikaniert Antifa-Infotisch, verbietet Flugblätter >>> Publikationen: Die Publikationen der Kampagne bei Indymedia: 08/10/05: Infobroschüre über die Harburger Nazi-Szene erschienen.PDF:>>> 11/10/05: Antifa-Aufruf als PDF >>> 22/10/05: Abschließende Pressemitteilung der Kampagne >>> Presse: 13/10/05: MoPo berichtet über Hayes Rolle im Schützenverein >>> 14/10/05: Hamburger Abendblatt zur Kampagne >>> 21/10/05: MoPo berichtet über Nazis in Harburg >>> 22/10/05: taz zur Kampagne >>> 24/10/05: taz zur Demonstration >>> 24/10/05: Hamburger Abendblatt zur Demonstration >>> Indymedia-Berichte zur Demonstration: 1 , 2 , 3 |